Weihrauch-Ratgeber

Weihrauch

Ja, ist denn schon Weihnachten?! Wird sich der ein oder andere beim Wort Weihrauch fragen. Weihrauch ist in unseren Breitengraden zumeist als eines der Geschenke der Heiligen 3 Könige an das Jesuskind bekannt. Caspar, Melchior und Balthasar brachten Gold, Weihrauch und Myrrhe – alle drei  Geschenke zählten zu den größten Kostbarkeiten dieser Zeit. Doch schon 5000 Jahre vor Christi wurde Weihrauch den Göttern geopfert – archäologische Ausgrabungen fördern immer wieder in großer Zahl Räuchergefäße zu Tage, die die Bedeutung des „Gottesduftes“ eindrucksvoll zeigen.

 

„Stoff, der göttlich macht“ oder „Gottesduft“ nannten ihn die alten Ägypter. Die Ägypter sowie später die Römer verwendeten ihn daher, um den  Göttern zu huldigen, aber auch zur Einbalsamierung der Toten. Nichtsdestotrotz war Weihrauch gleichsam auch Luxus- und Prestigeobjekt:  Marc Antonius soll damit auch erfolgreich die ägyptische Königin Kleopatra „erobert“ haben. Im Christentum wurde der Weihrauch zunächst als heidnisches Ritual abgelehnt,  fand jedoch im 5. Jahrhundert als Opfergabe den Weg zurück in die Kirche und wurde seit dato als Zeichen der Ehrerbietung und Ehrenzeichen verwendet.

Gleichzeitig legte Weihrauch eine steile Karriere als Heilmittel hin.

 

Was ist Weihrauch?

 

Doch was ist Weihrauch eigentlich? Pflanze? Blüte oder Wurzel?  Weihrauch (lat: Boswellia, Olibanum; indisch: Sallaki, Sallai guggal oder sallai guggul) ist getrocknetes Baumharz der Weihrauchbäume. Weihrauchbäume sind spärlich belaubte Bäume und Sträucher, deren Rinde papierartig abblättert. Der Weihrauchbaum gehört zu der Familie der Burseraceae (Balsambaumgewächse). Der Name kommt von dem deutschen Arzt und Botaniker Joachim Burser (1583-1639) Die Weihrauchbäume stehen oft in, für uns, unwirtlicher Natur: trocken, heiß und sehr karg ist die Heimat im Nahen Osten, in Indien oder am Horn Afrikas. In diesen Klimaten wachsen die besonderen Bäume, die zu den Sukkulenten gehören, nur langsam und sind sehr schwierig zu züchten.

 

Arten von Weihrauch

 

Über 25 verschiedene Weihrauch-Sorten sind bekannt. Nur ein Teil davon wird für medizinischen Zwecken eingesetzt und nur eine ist im aktuellen Europäischem Arzneibuch monographiert: Boswellia serrata – der indische Weihrauch.

Doch wie unterscheiden sich die unterschiedlichen Weihrauch-Arten?  Die genaue Zusammensetzung von Weihrauch, der Anteil der jeweiligen Wirkstoffe, ist bis heute Gegenstand der Forschung. Einige haben mehr Harzsäuren, andere mehr Neutralbestandteile. Ätherische Öle, die für den bekannten Geruch verantwortlich sind, haben allerdings keinerlei pharmazeutische Bedeutung, d. h. mit der Weihrauch-Wirkung im medizinischen Sinn haben sie nichts zu tun. Sie kommen jedoch  in der Aromatherapie zum Einsatz und werden in manchen kosmetischen Produkten eingesetzt.

Bei den medizinischen Weihrauch-Sorten unterscheiden wir 4 Arten:

●        Boswellia serrata: der indische Weihrauch, der im Europäischen Arzneibuch monographiert ist und mit dem die allermeisten Studien durchgeführt wurden

●        Boswellia carterii: aus Somalia und Jemen

●        Boswellia papyrifera: aus Äthiopien und Eritrea

●        Bowellia sacra: aus dem Oman

 

Ist Weihrauch gesund?

 

Das Spannende an Weihrauch ist, dass es neben der kultischen oder spirituellen Verwendung über die Jahrtausende und über verschiedene Kulturen hinweg auch immer bei entzündlichen Erkrankungen als Heilmittel eingesetzt wurde. Zu diesen entzündlichen Erkrankungen zählen hierbei besonders Asthma, Rheuma, Colitis ulcerosa, Psoriasis und Neurodermitis. Weihrauch und Gesundheit gehen deshalb Hand in Hand. Weihrauchzubereitungen in Form von Pulvern, Cremes und Tinkturen wurden von den Ägyptern, den Griechen und Römern eingesetzt. Die Harzkörner werden daher auch als das Aspirin® der Antike bezeichnet. In der indischen Ayurveda-Medizin und der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) werden sie bis heute erfolgreich eingesetzt. Vielen unbekannt ist jedoch, dass Weihrauch auch in der traditionellen, europäischen Medizin wie z.B. von Hildegard von Bingen eingesetzt wurde. Mit dem Aufkommen der chemischen Arzneistoffe nach dem Zweiten Weltkrieg ist dieser faszinierende Naturstoff in unseren Breitengraden jedoch zu Unrecht in Vergessenheit geraten. Seit den 1990iger Jahren erlebt Weihrauch auch eine Renaissance in der Naturmedizin und mehr und mehr auch in der Allgemeinmedizin, wo wirksamen, standardisierte Naturprodukte wie Weihrauch immer mehr eingesetzt werden.

 

Weihrauch und die Gesundheit: Was Weihrauch so alles kann

 

Beim Wirkungsfeld des Weihrauchs bewegen wir uns vornehmlich in den Bereich der Entzündungsprozesse. Unzählige chronische Erkrankungen werden von Entzündungsprozessen geprägt.

 

Dazu zählen – beispielhaft folgende chronisch-entzündliche Erkrankungen

●        Morbus Crohn

●        Colitis ulcerosa

●        Asthma

●        Rheumatoide Arthritis

●        Arthrose

●        MS (Multiple Sklerose)

●        Psoriasis

●        Neurodermitis

 

Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Asthma, Rheuma, Arthrose, Psoriasis … bei all diesen Erkrankungen laufen dauerhaft entzündliche Prozesse ab. Entzündungsreaktionen gehören mit zu den Heilungsprozessen, die unser Körper im Reparaturmodus durchlaufen. Aber dauerhafte Entzündungen, die nicht enden wollen, stellen den Körper vor massive Herausforderungen. Die betroffenen Gewebe bleiben langfristig geschädigt. Das führt unter anderem zu Problemen in der Immunreaktion.

Des Weihrauchs gesunde Wirkung kann hier eventuell Abhilfe schaffen. In verschiedenen Studien von Ammon und Werz konnte gezeigt werden, dass bestimmte Weihrauchbestandteile das Enzym 5-Lipoxygenase, das eine Schlüsselrolle im Entzündungsgeschehen, spielt, hemmen kann. Eine ganz neue Studie aus 2020 von Gilbert NC et al.  zeigt Faszinierendes. Demnach  hemmt Weihrauch nicht nur das Enzym, sondern löst einen positiven Domino-Effekt aus, der das Entzündungsenzym in ein entzündungsauflösendes Enzym umprogrammiert.

 

Die Geschichte des Weihrauchs

 

Weihrauch hat eine jahrhundertalte Geschichte und eine Verwendung – nämlich die der Räucherung – ist den meisten Menschen bekannt. In der Bibel werden einige Räucherpflanzen erwähnt – die bekanntesten dabei sind Weihrauch und Myrrhe. Weihrauch wird in der Bibel 22 Mal erwähnt – u. a. zur Geburt Jesu. Weihrauch wird seit Jahrtausenden vor allem zu kultischen und auch schon damals zu medizinischen Zwecken verwendet. Der aufsteigende, sichtbare Rauch bei der Verräucherung ist dabei symbolisch eine Verbindung zu Gott. Die Verräucherung hatte daneben aber auch einen ganz praktischen, profanen Grund: Das Überdecken von schlechten Gerüchen, Reinigung und Desinfektion. Einige dieser Bräuche haben sich bis heute insbesondere im süddeutschen Raum und in der Weihnachtszeit gehalten.

 

Weihrauch war aber auch immer Luxus- und Lifestyleobjekt. Etwas, das sich nicht jeder leisten konnte oder das als Zahlungsmittel benutzt wurde. Der seltene Baum sorgte daher auch schon damals für einen regen Tauschhandel, so dass sich sogar eine eigene Handelsstraße entwickelte: Die Weihrauchstraße.

Aber ist Weihrauch gesund? Auch die medizinische Verwendung besteht seit über 5000 Jahren Weihrauch medizinisch. In der traditionellen indischen Heilkunst Ayurveda gehört „Sallaki“ fest in das Arzneisortiment bei entzündlichen Erkankungen. Über die Weihrauchstraße, die zum Weltkulturerbe gehört, gelangte das wertvolle Gut ins Mittelmeergebiet. Im Römischen Reich sollen bis 1.500 Tonnen des milchigen Harzes pro Jahr ihre Anwendung gefunden haben. Das entspricht der Hälfte einer vermuteten Jahresproduktion. Im Altertum wendeten Hippokrates und seine Ärzte Weihrauch bei Atemwegserkrankungen, Magen-Darm- und Gelenk- Beschwerden, aber auch bei Tumoren an. Durch das Mittelalter hindurch bis in die Neuzeit war Weihrauch fester Bestandteil in der (Kloster-)Medizin.

Und dann geriet das wertvolle Naturprodukt vorläufig in Vergessenheit - zumindest in Europa. Das Aufkommen von synthetischen Arzneistoffen verdrängte so manchen Naturstoff aus dem Bewusstsein. Doch seit den 1990iger Jahren wird Weihrauch intensiv beforscht -  mit vielen, spannenden neuen Ergebnissen.

 

Die Weihrauchernte

 

Das Harz der wertvollen Weihrauchbäume, die zu den Balsamgewächsen zählen, kann auf zwei unterschiedliche Arten gewonnen werden:

Bei der einen Methode wird die papierartige Rinde durch einen Schälprozess entfernt und so werden die harzproduzierenden Kanäle freigelegt. Das Harz des Weihrauchbaums tritt aus und trocknet über Wochen an der Luft, bevor es mit der Hand geerntet wird. Die andere Möglichkeit, die den Baum etwas mehr fordert, ist ein tieferes Anritzen der Kapillaren. Unabhängig davon wie das Harz gewonnen wurde, sollten den Sabalbäumen nach einigen Erntejahren mehrere Jahre Ruhe gegönnt werden.

Boswellia-Harz kann von weiß-milchig bis bernsteinfarben ausfallen und in der Größe stark variieren. Das Äußere sagt nichts über die Qualität aus; diese wird erst durch eine Analyse im Labor bestimmt. Dennoch kennen erfahrene Einkäufer ihre besten Gebiete und haben Weihrauch-Bauern ihres Vertrauens, die die Weihrauchbäume nachhaltig anzapfen.

Der beste Erntezeitpunkt hängt auch von der Weihrauchregion ab: Meist beginnt er jedoch Ende März und Anfang April und dauert ein paar Monate an.

 

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Die Weihrauch-Apotheke ist Experte für Weihrauch-Produkte unterschiedlichster Art. Zum einen stellen wir Weihrauch-Extrakt-Kapseln 300 mg als Rezeptur-Arzneimittel her, dass sie rezeptfrei bei uns bestellen können oder sich auch von Ihrem Arzt verordnen lassen können (und so ggf. von Ihrer Krankenkasse erstatten lassen können). Weiterhin haben wir die Weihrauch-Dermatika unserer Tochterfirma AureliaSan GmbH im Sortiment, die zur Intensivpflege bei bestimmten Hautzuständen geeignet sind wie z. B. Neurodermitis oder Psoriasis oder auch zur Gelenkpflege. Durch unsere Forschungsprojekte und unseren wissenschaftlichen Beirat mit der AureliaSan sind wir auch immer am Puls der Forschung.

 

Wir beraten Sie ganzheitlich zu Weihrauch und Gesundheit generell. Rufen Sie uns an: Unsere Weihrauch-Experten erreichen Sie unter 07476-946 55 916.

(1)          Werz O, Jauch J, Ertelt J: ProINNO II-Projekt, Förderkennzeichen KF 0542802UL8, Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi)

(2)          Paul, M: A thin-layer chromatography method for the identification of three different olibanum resins (Boswellia serrata, Boswellia papyrifera and Boswellia carterii, respectively, Boswellia sacra), Vol. 23 Issue 2; Phytochemical Analysis, 2012

(3)          Safayhi, H: Mechanism of 5-lipoxygenase inhibition by acetyl-11-keto-ß-boswellic acid, Vol. 47; Molecular Pharmacology, 1995

(4)          Koeberle, A.: Inhibitors of the Microsomal Prostaglandin E2 Synthase-1 as Alternative to Non Steroidal Anti-Inflammatory Drugs (NSAIDs) – A Critical Review, Vol. 16; Current Medicinal Chemistry, 2009

(5)          Siemoneit, U: Inhibition of microsomal prostaglandin E2 synthase-1 as a molecular basis for the anti-inflammatory actions of boswellic acids from frankincense, Vol. 162; British Journal of Pharmacology, 2011

(6)          Abdel-Tawab, M: Boswellia serrata An Overall Assessment of In Vitro, Preclinical, Pharmacokinetic and Clinical Data, Vol. 50; Clinical Pharmacokinetics, 2011

(7)          Gerhardt, H: Therapie des aktiven Morbus Crohn mit Boswellia serrata Extrakt H15, Gastroenterol., 2001

(8)          Gupta, I: Effects of Boswellia serrata gum resin in patients with bronchial asthma: results of a double-blind, placebo-controlled, 6-week clinical study, European Journal of Medical Research, 1998

(9)          Meins, J., Artaria, C., Riva, A., Morazzoni, P., Schubert-Zsilavecz, M., Abdel-Tawab, M., Survey on the Quality of the Top-Selling European and American Botanical Dietary Supplements Containing Boswellic Acids, Planta Med, ; 82(06): 573-579, 2016

(10)        Gilbert NC et al. Structural and mechanistic insights into 5-lipoxygenase inhibition by natural products, Nature Chemical Biology (2020), https://www.nature.com/articles/s41589-020-0544-7

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